Frauenhaus Bottrop

Flyer AWO Frauenhaus

„Nachdem ich 2018 in den Ruhestand gegangen bin, habe ich überlegt, was kann ich denn jetzt tun?“, erklärt ElisabethEllinghaus. „Ich hatte noch gar nicht zu Ende gedacht, da kam schon ein Anruf, ob ich nicht mal zur AWO kommen könnte, da gäbe es etwas, dass mich interessieren könnte.“ Und tatsächlich gab es etwas – die AWO Stiftung. Nachdem sie 40 Jahre bei der Stadt Gelsenkirchen für das Jugendamt und GeKiTa gearbeitet hatte, konnte sich Elisabeth Ellinghaus schnell mit der Idee anfreunden, den Vorsitz der AWO Stiftung zu übernehmen – auch weil sie so viel Unterstützung erfuhr.

„Wertschätzung ist für mich das A und O, und sie zeigt sich oft in Kleinigkeiten“, betont Elisabeth Ellinghaus.„Ich habe Dinge, die mir aufgefallen sind, immer direkt angesprochen und es ist gut aufgefasst worden.“ Vieles habe sich über die Jahre immer weiter zum positiven entwickelt, vor allem, dass AWO Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand laufen. „Das Begegnungsevent im letzten Jahr war sehr toll und hat gezeigt, wie eng wir miteinander verzahnt sind. Ich habe einfach nur dagesessen und die Menge und die Fröhlichkeit genossen.“

Elisabeth Ellinghaus bezeichnet sich als die Frau der Werte, Normen und Tugenden, aber auch der Nachhaltigkeit. „Da hole ich mir öfters böse Blicke, weil ich immer wieder darauf bestehe, dass wir aktiv Nachhaltigkeit und Umweltschutz mitdenken.“ Dieses Thema habe sie bereits in ihrer aktiven Berufslaufbahn stets begleitet. „Wenn jeder etwas tut, dann verändert sich die Welt. Auch Kleinigkeiten sind wichtig.“ So werden Blumensträuße und Osterlämmer nicht mehr in Plastikfolie verpackt, Anschaffungen in diesem Sinne geprüft und insgesamt das Thema breiter mitgedacht. „Wir sind alle so im Trott, dass wir manchmal nicht merken, was wir ändern könnten.“

Über die Jahre hat sie bei der AWO Stiftung zahlreiche Projekte mit auf den Weg gebracht wie zum Beispiel die Kunstausstellung in Bild und Wort in der Grenzstraße. Der Ablauf sei immer gleich, Anträge werden eingereicht, in der Vorstandsrunde gesichtet und besprochen. Die Anträge sind vielfältig und reichen von der Unterstützung eines Sommerfests mit Bierzeltgarnituren, oder der Anschaffung eines Planschbeckens über Busfahrten bis hin zu großen Projekten wie dem AWO Sinnesgarten oder der Kampagne zum Thema K.O.-Tropfen.

„Nach einer Sitzung kam eine Frau zu mir und erzählte, dass einer Bekannten der Mantel gestohlen worden sei und sie kein Geld für einen neuen habe.“ Elisabeth Ellinghaus riet ihr kurzerhand einen Antrag bei der Stiftung zu stellen. „Unser Ziel ist, Menschen zusammenzubringen, Einsamkeit vorzubeugen und einfach zu helfen. Gelsenkirchen ist die ärmste Stadt Deutschlands und gerade für solche Fälle blutet mir schon das Herz.“

Wie sehr ihr Herz am AWO Sinnesgarten hängt, wird schnell deutlich, sobald Elisabeth Ellinghaus über ihn redet. Bei der Umgestaltung sei sie federführend gewesen: „Ich habe alles geplant und gezeichnet und natürlich die Tiere bedacht.“ So sah der Plan eine Totholzecke vor sowie Bienenhotels. „Ich versuche immer etwas einzuplanen, damit es den Tieren besser geht“, betont sie mit strahlenden Augen. Die neueste Idee: eine Igel-Eingangspforte, durch die Igel unbeschadet den Garten betreten und verlassen können.

Nachhaltig planen und gleichzeitig erklärend tätig sein, diese beiden Säulen sind ihr wichtig. Deshalb möchte Elisabeth Ellinghaus eine Reihe an Ausstellungen unter dem Motto „Wie geht Nachhaltigkeit…“ im Garten, im Haushalt, im Büro auf den Weg bringen. „Wichtig ist einfach immer ein bisschen anders zu denken und manchmal auch zu den Wurzeln zurückzukehren – gerade was den Garten angeht.“ Elisabeth Ellinghaus ist auf den Bauernhöfen der Verwandtschaft groß geworden – „da wurde vieles einfach gemacht, weil es natürlich war“ – und erinnert sich noch gut daran, wie sie Erbsen gedöppt und Brombeeren gepflückt hat.

Ihre Werte und Ideen ziehen sich durch alle Bereiche. So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch in den Kreisvorstandssitzungen einbringt. „Man kann sich immer einbringen, aber ich muss eine Idee weiter verfolgen, bis sie umgesetzt ist“, betont die Stiftungsvorsitzende. Wichtig sei,Schritt für Schritt voranzugehen und immer wieder offen zu sein und dazuzulernen. „Die Treffen führen immer wieder zu anderen Gedanken und neuen Ideen, das macht was mit einem.“

Besonders gefällt ihr bei der AWO die positive Wertschätzung: „Manchmal fällt es mir schwer, dass ich hier nicht noch mehr dazugehöre“, verrät sie. „Die AWO ist meine neue Familie, aber als Ehrenamtlerin ist man halt nicht in alles involviert. Das ist normal und gut so.“

Über die Stiftung

Die AWO Stiftung Gelsenkirchen hat sich zum Ziel gesetzt, auf besondere Weise Bildung und Lebensfreude zu fördern. Nach dem Motto „Menschen verbinden“ unterstützt sie kreative Ideen für Kinder, Familien, Senioren und behinderte Menschen jeden Alters.

Kontakt:
Melanie Weckmann
melanie.weckmann@awo-gelsenkirchen.de
0209 40 94 102

Das Frauenhaus

Frauen – mit oder ohne Kinder, die von körperlicher, seelischer und / oder sexueller Gewalt betroffen sind, können sich an uns wenden. Unabhängig von Ihrem Alter, Nationalität oder Konfession finden Sie bei uns eine Unterkunft, Schutz und Beratung – auch ohne eigenes Einkommen oder Vermögen.

Wir wollen Ihnen Mut machen – verschweigen Sie Ihre Misshandlungen nicht länger. Wir sind für Sie und Ihre Kinder da. Wenn Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns unter der Telefonnummer: 02041 – 40 92 03. Wenn Sie uns nicht zu Bürozeiten kontaktieren können, erreichen Sie uns trotzdem über diese Telefonnummer.

Wenn Sie sich bei uns gemeldet haben, können wir mit Ihnen gemeinsam besprechen, wie es für Sie und möglicherweise auch Ihre Kinder weitergehen kann und legen mit Ihnen gemeinsam fest, was für Sie das Beste in Ihrer aktuellen Situation wäre.

Das Frauenhaus bietet Ihnen – und Ihren Kindern – zunächst Schutz, Unterstützung und Beratung an. Sie können in Ruhe über Ihre Situation nachdenken und mit uns gemeinsam - abhängig von Ihrer Individuellen Situation – einen Lösungsweg erarbeiten, bei dessen Umsetzung wir Sie beraten und begleiten. Die Adresse des Frauenhauses ist anonym.

  • Unser Haus ist ein mehrgeschossiges Haus, in dem jede Etage eine eigene Küche, ein eigenes Badezimmer sowie einen eigenen Gemeinschaftsraum hat. Der Keller und das Außengelände können ebenfalls gemeinsam genutzt werden.
  • Die Etagen haben mehrere Zimmer, wobei Mütter und ihre Kinder einen eigenen Raum bewohnen und pflegen; Alleinstehende Frauen bewohnen je nach Belegung alleine oder zu zweit ein Zimmer. Für die Kinder gibt es einen separaten Raum, der mit den Erzieherinnen des Hauses genutzt wird.
  • Wir bieten Ihnen eine gesicherte Umgebung an; während Sie bei uns sind, organisieren Sie weiterhin selbständig den Alltag für sich und Ihre Kinder.

Ihr Schutz und der Ihrer Kinder sind uns besonders wichtig; deshalb steht bei uns der Datenschutz an erster Stelle. Damit wir die Sicherheit aller Bewohnerinnen und ihrer Kinder aufrecht erhalten können, gelten für alle Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen besondere Regeln, die wir Ihnen zu Beginn erläutern; diese Regeln sind in mehrfachen Sprachen öffentlich im Haus einsehbar und einzuhalten.

Unsere Mitarbeiterinnen sprechen Deutsch, Englisch, Polnisch und Ungarisch.

Unsere Expertinnen verfügen über viele Jahre – teilweise Jahrzehnte Erfahrungen in der Arbeit mit von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern. Wir beraten Sie, wenn Sie einen Ausweg aus Ihrer Situation erreichen wollen. Wir begleiten Sie, wenn Sie die einzelnen Schritte umsetzen werden und unterstützen Sie darin, diesen Weg durchzuhalten.

Unsere Mitarbeiterinnen arbeiten in Ihrem Interesse, achten auf mögliche Kindeswohlgefährdungen und unterliegen grundsätzlich der Schweigepflicht – es sei denn, sie werden ausdrücklich davon entbunden. Sie bilden sich regelmäßig fort, um den aktuellsten gesetzlichen Stand in der Beratung abbilden zu können und sind in verschiedenen Netzwerken aktiv, um gute Ideen mit in die Arbeit einbinden zu können.

Neben der Arbeit mit Ihnen werden wir für Ihre Kinder und Sie – abhängig von den Interessen, dem Alter der Kinder und den fallbezogenen Möglichkeiten - Fortbildungen, Aktionen, Ausflüge anbieten, die Ihnen und Ihren Kindern helfen, Selbstvertrauen zu entwickeln und ein Leben nach Ihren Gewalterfahrungen vorstellbar werden lassen.

Neben den eigenen AWO-Leitprinzipien sind wir in unserer Arbeit durch internationale Selbstverpflichtungsvereinbarungen der Nationalstaaten in Form von Konventionen, denen die EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt haben, gebunden. Die sogenannte Instanbul-Konvention (siehe Kasten rechts) legt einen besonderen Fokus auf häusliche Gewalt und schließt hier betroffene Männer und Kinder mit ein (Artikel 2). Dieser Artikel ist unmittelbar für die Arbeit der Mitarbeiterinnen in der Frauenhausarbeit relevant.

Marie Juchacz (1879-1956), Vordenkerin und Gründerin der AWO, verankerte die erste emanzipatorisch ausgerichtete Wohlfahrtsorganisation für die Arbeiterschaft 1919. Damit tat sie den ersten und entscheidenden Schritt, neben den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden eine eigene wohlfahrtspolitische Säule zu etablieren. lhre Grundidee war soziale Fürsorge als Aufgabe und Verpflichtung von Staat und Gesellschaft sicherzustellen, ihre Verankerung im Recht als verlässliche Leistung - kein Gnadenakt! lhr Ziel damals war es, die Not einer Nachkriegsgesellschaft zu lindern und Chancengleichheit für alle durchzusetzen. Arbeiter*innen und ihre Kinder sollten gefördert werden, selbständig für sich und ihre Familien sorgen zu können.

Deshalb bestimmen drei Leitideen die Arbeit der AWO:

  1. Hilfe zur Selbsthilfe
  2. Selbstbestimmung statt Abhängigkeit
  3. Zugang zu Bildung

Das Frauenhaus der AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop besteht seit den 90iger Jahren. Die Einrichtung wurde im Mai 1990 im Sozialausschuss der Stadt Bottrop beschlossen und am 1.April 1992 wurde offiziell die Trägerschaft an die Arbeiterwohlfahrt übergeben. Seitdem wird die Arbeit an den Werten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ausgerichtet.

Die Personalkosten für das Frauenhaus Bottrop werden im Rahmen der Maßnahmen zum Schutz und der Hilfe für gewaltbetroffene Frauen durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung gefördert.

Darüber hinaus finanzieren wir die Aufenthalte der Frauen und ihrer Kinder über die Vorfinanzierung der abzurechenden Tagessätze durch das Sozialamt der Stadt Bottrop.

Ergänzend erhalten wir private Spenden sowie Spenden von Vereinen und privaten Stiftungen.
Private Sachspenden (Kleidung für Frauen und Kinder, Möbel, elektronische Kleingeräte und Haushaltswaren) nehmen wir ebenfalls an.

Gefördert durch:

Frauenhaus Bottrop

02041 40 92 03

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Die Istanbul - Konvention:

Die Istanbul-Konvention ist handlungsleitend für unsere Arbeit.